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Aktualisiert am 2026-05-08 · Autor: Mustafa Bilgic · Stand 2026

Grundsteuer-Rechner 2025/2026: Reform, Bundesmodell, Berechnung

Berechnen Sie die neue Grundsteuer 2025/2026 nach der Grundsteuerreform. Seit 1.1.2025 gilt das neue Recht in allen Bundesländern. Bundesmodell (11 Länder) bewertet Wohnimmobilien anhand Bodenrichtwert + Mietspiegel; Bayern (Flächenmodell), BW (modifiziertes Bodenwertmodell), Hamburg/Niedersachsen/Hessen abweichend. Inkl. Steuermesszahl, Hebesätze 2026.

Hinweis: Diese Seite ist eine Modellrechnung und ersetzt keine Steuer-, Rechts-, Finanz- oder Behördenberatung. Verbindliche Auskünfte erteilen ausschließlich Finanzämter, Steuerberater nach § 3 StBerG, Rechtsanwälte oder ELSTER. Stand der Daten: 2026-05-08. Quellen: BMF, gesetze-im-internet.de, Statistisches Bundesamt, Deutsche Rentenversicherung, GKV-Spitzenverband.

Grundsteuer-Rechner 2025/2026 (Bundesmodell)

Bundesmodell vereinfacht. Tatsächlicher Grundsteuerwert nach Anlagen 36-43 Grundsteuergesetz, durchschn. Mieten je m² je nach Mietniveaustufe Gemeinde.

Grundsteuerreform – Hintergrund

Das Bundesverfassungsgericht hat 2018 die alte Einheitsbewertung (Werte von 1964 West / 1935 Ost) für verfassungswidrig erklärt. Das Grundsteuer-Reformgesetz (GrStRefG) von 2019 trat zum 1.1.2025 in Kraft.

Drei Hauptmodelle:

  1. Bundesmodell (Berlin, Brandenburg, Bremen, MV, NRW, RP, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, SH, Thüringen): Wertabhängiges Modell mit Bodenrichtwert + Mietspiegel
  2. Bayern (Flächenmodell): Reine Flächenbewertung ohne Wertbezug
  3. Baden-Württemberg (modifiziertes Bodenwertmodell): Bodenrichtwert × Fläche, Gebäudewert ignoriert
  4. Hessen, Niedersachsen: Flächen-Faktor-Modell mit Lagezuschlag
  5. Hamburg: Wohnlagenmodell (gut/normal/einfach)

Aufkommensneutrale Reform: Gemeinden sollten Hebesätze anpassen, um Steueraufkommen unverändert zu halten. In der Praxis kam es zu Verschiebungen: Häuser in Top-Lagen oft teurer, ländliche Lagen oft günstiger.

Bundesmodell – Berechnung

Drei-Stufen-Berechnung:

  1. Grundsteuerwert = Bodenwert (Bodenrichtwert × Grundstücksfläche) + Gebäudewert (Wohnfläche × durchschnittliche Nettokaltmiete je m² × Bewertungsfaktor)
  2. Steuermesszahl × Grundsteuerwert = Steuermessbetrag (für Wohngrundstücke 0,031 %, gewerblich 0,034 %)
  3. Hebesatz Gemeinde × Steuermessbetrag = jährliche Grundsteuer

Detaillierte Bewertung Wohnung

  • Durchschnittliche Nettokaltmiete je m² aus Anlage 39 GrStG (5 Mietniveaustufen je Bundesland)
  • Beispiel Mietstufe 4 (mittel): 7,80 €/m² Westdeutschland Stand 1.1.2022
  • Bewertungsfaktor abhängig von Baujahr, Wohnflächenklasse, Gebäudeart

Beispiel: 120 m² Wohnung in Mietstufe 4: 7,80 € × 120 = 936 €/Monat = 11.232 €/Jahr Bewertungsmiete. Über Vervielfältiger (Restnutzungsdauer-abhängig) zum Gebäudewert.

Steuermesszahl 2025/2026

GebäudetypSteuermesszahlAnmerkung
Einfamilienhaus0,031 %3,1 ‰
Zweifamilienhaus0,031 %3,1 ‰
Mietwohngrundstück0,031 %3,1 ‰
Wohnungseigentum0,031 %3,1 ‰
Geschäftsgrundstück0,034 %3,4 ‰
Sozialer Wohnungsbau0,031 % × 0,75 = 0,02325 %25 % Abschlag
Denkmal0,031 % × 0,90 = 0,0279 %10 % Abschlag

Hebesätze 2026 ausgewählter Großstädte

StadtHebesatz Grundsteuer B 2025/2026Bundesmodell?
Berlin470 %Ja
Hamburg540 %Eigenes Modell
München460 %Bayern Flächenmodell
Köln515 %Ja
Frankfurt am Main500 %Hessen Flächen-Faktor
Stuttgart520 %BW Bodenwertmodell
Düsseldorf440 %Ja
Leipzig520 %Ja
Dortmund610 %Ja
Essen670 %Ja
Bremen695 %Ja

Ländliche Gemeinden: typisch 250-400 %. Hochsteuer-Gemeinden NRW (Witten, Hagen, Solingen) oft über 800 %.

Bayern, BW, HH, HE, NI – abweichende Modelle

Bayern (Flächenmodell)

  • Grundstücksfläche × 0,04 €/m² + Gebäudefläche × 0,50 €/m²
  • Wohnen: Reduktion 30 % auf Gebäudeteil
  • Reine Flächenbewertung – kein Wertbezug
  • Vorteil: Sehr einfach. Nachteil: Bevorzugt Toplagen-Eigentümer

Baden-Württemberg (modifiziertes Bodenwertmodell)

  • Bodenrichtwert × Grundstücksfläche × Steuermesszahl 0,13 ‰
  • Gebäude komplett ignoriert
  • Wohnen: 30 % Abschlag auf Steuermessbetrag

Hamburg (Wohnlagenmodell)

Wohnfläche × Faktor (gute/normale/einfache Wohnlage). Faktoren bestimmt durch Mikrolage. Drei Stufen: 0,5 / 1,0 / 1,5.

Hessen (Flächen-Faktor-Modell)

Bundesmodell-Logik plus Lagefaktor (Verhältnis Bodenrichtwert zu Bodenrichtwert-Mittelwert Gemeinde).

Niedersachsen (Flächen-Lagen-Modell)

Bayerisches Flächenmodell + Lagefaktor analog Hessen.

Beispielrechnungen 2025/2026

Beispiel 1: Bundesmodell, EFH 120 m² in Köln, Bodenrichtwert 600 €, 500 m² Grundstück. Bodenwert 300.000 €. Gebäudewert (vereinfacht) ca. 200.000 € (Mietstufe 4, Baujahr 1995). Grundsteuerwert 500.000 €. Steuermessbetrag 0,031 % = 155 €. Hebesatz Köln 515 % → Grundsteuer 798 €/Jahr.
Beispiel 2: Bayern Flächenmodell, EFH München, 500 m² Grundstück, 120 m² Wohnfläche. 500 × 0,04 + 120 × 0,50 × 0,7 (Wohnabschlag) = 20 + 42 = 62 € Steuermessbetrag. Hebesatz München 460 % → 285 €.
Beispiel 3: BW Bodenwertmodell, Stuttgart, 800 €/m² Bodenrichtwert, 400 m² Grundstück. 800 × 400 × 0,00013 = 41,60 € Steuermessbetrag, abzgl. 30 % Wohnabschlag = 29,12 €. Hebesatz 520 % → 151 €.
Beispiel 4: ETW 80 m² Berlin Mitte, Bodenrichtwert 4.000 €. Anteiliger Bodenwert 80.000 €. Gebäudewert ca. 90.000 €. Grundsteuerwert 170.000 € × 0,031 % = 52,70 € × Hebesatz 470 % = 248 €/Jahr.
Beispiel 5: Reform-Effekt Top-Lage Hamburg. Vorher 480 € Grundsteuer (alte Einheitswert). Nach Reform Wohnlage "gut" Faktor 1,5: Wohnfläche × 0,005 € × 1,5 = 90 m² × 0,0075 = 0,675 €/m² × 540 % Hebesatz = 365 €. Erleichterung um 24 %.

Häufige Fragen

Wann gilt neue Grundsteuer?

Seit 1.1.2025 in allen Bundesländern. Erste Bescheide kamen Ende 2024.

Welches Modell gilt wo?

Bundesmodell in 11 Ländern, abweichend Bayern, BW, Hamburg, Hessen, Niedersachsen.

Wie hoch ist meine Grundsteuer?

Variabel: 200-1.500 €/Jahr typisch. Abhängig von Modell, Lage, Hebesatz, Wohnfläche.

Hat sich Grundsteuer durch Reform verändert?

Ja: Top-Lagen oft teurer (Bundesmodell wertabhängig), ländliche Lagen oft günstiger. Aufkommensneutralität nicht überall erreicht.

Was sind Hebesätze 2026?

Großstädte: 440-695 %. Ländlich: 250-400 %. Höchstsätze NRW (Essen 670 %, Bremen 695 %).

Kann ich Grundsteuerwert anfechten?

Ja, Einspruch innerhalb 1 Monat nach Bescheid. Bei Bundesmodell: Bodenrichtwert prüfen, Wohnfläche.

Grundsteuer absetzbar?

Bei vermieteter Immobilie als Werbungskosten (§ 9 EStG). Bei Eigennutzung nicht absetzbar.

Was ist Mietniveaustufe?

5 Stufen je Bundesland nach durchschnittlicher Nettokaltmiete. Beeinflusst Gebäudewert im Bundesmodell.

Quellen

Autor

Autor: Mustafa Bilgic, Adıyaman, Türkei. Stand . NICHT als Steuerberatung – verbindliche Auskünfte erteilt nur das Finanzamt oder ein Steuerberater nach § 3 StBerG.