Wie viel Rente brauche ich? Rechner 2026 | Rentenlücke

Von Mustafa Bilgic · Aktualisiert 2026-05-31

Die Frage „Wie viel Rente brauche ich?“ entscheidet über Ihren Lebensstandard im Alter. Mit diesem Rechner ermitteln Sie sofort Ihren Rentenbedarf, Ihre voraussichtliche Rentenlücke und den monatlichen Sparbetrag, den Sie brauchen, um die Lücke zu schließen. Als Faustregel gilt: Sie benötigen rund 80 % Ihres letzten Nettoeinkommens, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Dieser Wie-viel-Rente-brauche-ich-Rechner 2026 berücksichtigt Inflation, das aktuelle Rentenniveau und Ihre persönliche Sparzeit.

Wie viel Rente brauche ich? Rechner 2026

Wie viel Rente brauche ich? Die 80-Prozent-Faustregel

Der Wie-viel-Rente-brauche-ich-Rechner startet mit einer einfachen Faustregel: Im Ruhestand benötigen Sie etwa 80 % Ihres letzten Nettoeinkommens, um Ihren Lebensstandard zu halten. Der Abschlag von 20 % berücksichtigt, dass im Alter typische Ausgaben wegfallen – etwa das Sparen für die Altersvorsorge, Berufspendeln oder die Tilgung von Immobilienkrediten. Wer allerdings viel reisen will oder hohe Gesundheitskosten erwartet, sollte eher mit 85 bis 90 % rechnen.

Was ist die Rentenlücke?

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Geld, das Sie im Alter brauchen, und der Rente, die Sie voraussichtlich vom Staat bekommen. Sie entsteht, weil die gesetzliche Rente nur einen Teil des früheren Einkommens ersetzt. Beispiel:

PositionBetrag/Monat
Letztes Nettoeinkommen2.800 €
Benötigt im Alter (80 %)2.240 €
− Erwartete gesetzliche Rente− 1.500 €
Rentenlücke (heutige Kaufkraft)740 €

Das Rentenniveau 2026: nur rund 48 %

Das gesetzliche Sicherungsniveau vor Steuern liegt 2026 bei etwa 48 %. Das bedeutet: Ein sogenannter Eckrentner mit 45 Beitragsjahren und Durchschnittsverdienst erhält rund 48 % des durchschnittlichen Bruttolohns als Rente. Wer weniger verdient hat oder weniger Beitragsjahre vorweisen kann, liegt darunter. Diese Tabelle zeigt typische Brutto-Renten je nach Verdienstniveau.

Verdienst gegenüber Durchschnitt45 BeitragsjahreBrutto-Rente ca.
0,8-fach (unterdurchschnittlich)36 Entgeltpunkte1.530 €
1,0-fach (Durchschnitt)45 Entgeltpunkte1.910 €
1,2-fach (überdurchschnittlich)54 Entgeltpunkte2.290 €

Werte gerundet auf Basis eines aktuellen Rentenwerts von rund 42,50 € je Entgeltpunkt (Stand 2026). Von der Brutto-Rente gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung sowie ggf. Steuern ab.

Inflation: Warum Sie mehr brauchen als heute

Ihr heutiger Bedarf von z. B. 2.240 € wird durch die Inflation bis zum Renteneintritt deutlich teurer. Bei 2 % Inflation pro Jahr steigt der Bedarf wie folgt:

Jahre bis RenteBedarf heuteBedarf bei 2 % Inflation
10 Jahre2.240 €2.731 €
20 Jahre2.240 €3.329 €
27 Jahre2.240 €3.824 €

Der Rechner oben rechnet die Rentenlücke deshalb auf den Zeitpunkt Ihres Renteneintritts hoch und zeigt zusätzlich den heutigen Wert.

Wie viel müssen Sie privat sparen?

Um eine monatliche Rentenlücke zu schließen, brauchen Sie ein Kapital, aus dem Sie über den Ruhestand hinweg entnehmen. Eine grobe Orientierung: Pro 100 € Lücke pro Monat sollten etwa 30.000 € angespart sein (bei rund 25 Jahren Rentenbezug und konservativer Verzinsung). Eine Lücke von 740 € erfordert demnach rund 220.000 € Kapital. Der Rechner ermittelt daraus die nötige monatliche Sparrate bis zum Renteneintritt.

Steuern und Abgaben auf die Rente

Wichtig für die realistische Planung: Auch die Rente ist nicht „brutto = netto“. Es gilt:

Geben Sie deshalb im Rechner Ihre erwartete Rente netto an, also nach Abzug dieser Posten.

Die besten Bausteine gegen die Rentenlücke

Dieser Wie-viel-Rente-brauche-ich-Rechner liefert eine vereinfachte Orientierung. Tatsächlicher Bedarf, Rentenhöhe, Verzinsung und Inflation können erheblich abweichen. Ihre persönliche gesetzliche Rente entnehmen Sie der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Für eine individuelle Planung wenden Sie sich an einen unabhängigen Honorarberater.

Fixkosten und variable Ausgaben im Ruhestand

Um die Frage, wie viel Rente Sie brauchen, präzise zu beantworten, lohnt ein Blick auf Ihre konkrete Ausgabenstruktur statt nur auf eine Faustregel. Erstellen Sie eine Liste Ihrer Fixkosten: Wohnen oder Miete, Energie, Versicherungen, Lebensmittel, Kommunikation und Mobilität. Diese Grundkosten müssen auch im Ruhestand gedeckt sein. Hinzu kommen variable und individuelle Ausgaben für Reisen, Hobbys, Gesundheit und Unterstützung der Familie. Viele unterschätzen die Gesundheitskosten im Alter – Zuzahlungen, Hilfsmittel und mögliche Pflegekosten können erheblich sein. Wer im Eigenheim mietfrei wohnt, hat einen deutlich niedrigeren Bedarf als ein Mieter in einer Großstadt. Diese Unterschiede erklären, warum die pauschalen 80 % nur ein Ausgangspunkt sind: Eine ehrliche Haushaltsrechnung liefert die belastbarere Zahl.

Die drei Säulen der Altersvorsorge im Zusammenspiel

Das deutsche Vorsorgesystem ruht auf drei Säulen. Die erste Säule ist die gesetzliche Rente, ergänzt um Rürup und Beamtenpensionen. Die zweite Säule ist die betriebliche Altersvorsorge, oft mit Arbeitgeberzuschuss und steuerlicher Förderung. Die dritte Säule umfasst die private Vorsorge: ETF-Sparpläne, Riester, private Rentenversicherungen und Immobilien. Für eine ausreichende Versorgung im Alter sollten Sie alle drei Säulen kennen und gezielt kombinieren. Wer ausschließlich auf die gesetzliche Rente setzt, riskiert eine Versorgungslücke, weil das Sicherungsniveau langfristig tendenziell sinkt. Die betriebliche Altersvorsorge ist wegen des Arbeitgeberzuschusses und der Sozialabgabenersparnis besonders attraktiv. Die private Vorsorge über breit gestreute Aktien-ETFs nutzt langfristig die höhere Rendite der Kapitalmärkte und den Zinseszinseffekt.

Früh anfangen: Die Macht des Zinseszinses

Der wichtigste Faktor beim Schließen der Rentenlücke ist die Zeit. Wer mit 30 statt mit 45 Jahren beginnt, muss für dasselbe Endkapital nur einen Bruchteil monatlich sparen, weil das Geld viele Jahre länger arbeitet. Ein Beispiel: Bei 6 % durchschnittlicher Rendite wächst eine monatliche Sparrate von 200 € über 35 Jahre auf rund 280.000 € an – über 20 Jahre dagegen nur auf etwa 92.000 €. Der Unterschied entsteht fast vollständig durch den Zinseszinseffekt. Deshalb ist der beste Zeitpunkt, mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen, immer der heutige. Selbst kleine Beträge entfalten über lange Zeiträume eine große Wirkung. Erhöhen Sie Ihre Sparrate mit jeder Gehaltssteigerung, um die Inflation auszugleichen und die Vorsorge real wachsen zu lassen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel Rente brauche ich im Alter?

Als Faustregel gelten etwa 80 % des letzten Nettoeinkommens, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Wer im Berufsleben 2.500 € netto hatte, braucht im Ruhestand also rund 2.000 € pro Monat. Im Alter entfallen zwar Kosten wie Altersvorsorge-Sparen und Berufspendeln, andere Ausgaben wie Gesundheit steigen jedoch.

Was ist die Rentenlücke?

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem benötigten Einkommen im Alter und der voraussichtlichen gesetzlichen Rente. Da die gesetzliche Rente im Schnitt nur etwa 48 % des Durchschnittslohns ersetzt, klafft bei vielen eine Lücke von mehreren Hundert Euro pro Monat, die privat geschlossen werden muss.

Wie hoch ist das Rentenniveau 2026?

Das gesetzliche Sicherungsniveau vor Steuern liegt 2026 bei rund 48 %. Das bedeutet: Ein Durchschnittsverdiener mit 45 Beitragsjahren erhält etwa 48 % des durchschnittlichen Bruttolohns als Rente. Das tatsächliche individuelle Niveau hängt von Beitragsjahren und Verdienst ab.

Wie viel sollte ich privat fürs Alter sparen?

Als Orientierung gilt: Wer früh beginnt, sollte etwa 10 bis 15 % des Bruttoeinkommens in die private und betriebliche Altersvorsorge stecken. Je näher der Ruhestand, desto höher muss die Sparrate sein, um eine bestehende Rentenlücke noch zu schließen. Der Rechner zeigt den nötigen monatlichen Sparbetrag.

Muss ich auf meine Rente Steuern zahlen?

Ja, die gesetzliche Rente ist steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Anteil steigt jährlich: Für Neurentner 2026 sind rund 84 % der Rente steuerpflichtig. Ab 2058 ist die Rente zu 100 % steuerpflichtig. Ob tatsächlich Steuer anfällt, hängt vom Grundfreibetrag und weiteren Einkünften ab.

Zahlen Rentner Kranken- und Pflegeversicherung?

Ja. Von der gesetzlichen Rente werden Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen. Der Krankenversicherungsbeitrag liegt 2026 bei rund 14,6 % plus Zusatzbeitrag (durchschnittlich etwa 2,9 %), wobei die Rentenkasse die Hälfte trägt. Die Pflegeversicherung zahlen Rentner allein.

Welche Inflationsrate sollte ich einplanen?

Für langfristige Planungen wird meist eine durchschnittliche Inflation von 2 % pro Jahr angenommen, entsprechend dem Ziel der Europäischen Zentralbank. Bei 2 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft eines festen Betrags etwa alle 35 Jahre, weshalb der spätere Bedarf höher liegt als heute.

Wie schließe ich die Rentenlücke am besten?

Bewährte Bausteine sind die betriebliche Altersvorsorge (oft mit Arbeitgeberzuschuss), ETF-Sparpläne mit langem Anlagehorizont, die Basisrente (Rürup) für Selbstständige und ggf. die Riester-Rente bei Förderberechtigung. Eine breite Streuung und früher Start senken das Risiko und nutzen den Zinseszinseffekt.

Reicht die gesetzliche Rente zum Leben?

Für viele Menschen reicht die gesetzliche Rente allein nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten, da sie nur etwa 48 % des Durchschnittslohns ersetzt. Wer keine zusätzliche Vorsorge hat, muss im Alter den Lebensstandard senken oder droht in die Grundsicherung zu fallen.