ETF-Sparplan Rechner 2026
Vereinfacht. Vorabpauschale 2026 ca. 0,7 % p.a. × Kurswert. Tatsächliche Steuerschuld bei Verkauf.
ETF-Sparplan Grundlagen
Ein Exchange Traded Fund (ETF) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet (z.B. MSCI World, S&P 500, DAX). Vorteile:
- Niedrige Kosten (TER 0,1-0,3 % p.a. typisch)
- Diversifikation (z.B. MSCI World hält 1.500+ Aktien)
- Hohe Liquidität (täglich handelbar)
- Transparenz
MSCI World Renditeerwartung
- 1970-2025: ca. 7,5 % p.a. (nominell, in EUR)
- 2010-2024: ca. 11 % p.a. (überdurchschnittlich)
- Inflationsbereinigt: ca. 5,5 % p.a. real langfristig
Vorsicht: Vergangene Renditen sind keine Garantie für Zukunft. Realistische Erwartung 2026: 6-8 % p.a. langfristig.
Vorabpauschale 2026
Die Vorabpauschale ist ein deutsches Steuerinstrument für thesaurierende ETFs. Eingeführt mit Investmentsteuerreform 2018. Sie verhindert, dass thesaurierende Fonds steuerlich bevorzugt werden.
Berechnung 2026
- Basiszins (festgelegt von BMF, basierend auf Bundesbank-Zinsstrukturkurve): für 2026 ca. 2,53 %
- Basisertrag = ETF-Wert am Jahresanfang × Basiszins × 70 %
- Vorabpauschale = min(Basisertrag, tatsächliche Wertsteigerung) – Ausschüttungen
- Teilfreistellung: Aktien-ETF 30 % steuerfrei → 70 % steuerpflichtig
Beispiel
ETF-Wert 1.1.2026: 50.000 €. Basiszins 2,53 %.
Basisertrag = 50.000 × 0,0253 × 0,7 = 885,50 €.
Vorabpauschale (steuerpflichtiger Anteil 70 %): 619,85 €.
Davon Sparer-Pauschbetrag 1.000 € → 0 € Steuer (unter Pauschbetrag).
Bei höherem ETF-Bestand 200.000 €: Basisertrag 3.542 €, steuerpflichtig 2.479 €, davon 1.000 € Pauschbetrag, 1.479 € steuerpflichtig → 390 € Steuer.
Sparrentenformel
Endkapital bei monatlicher Einzahlung (Sparrente, nachschüssig):
K_n = R × ((1+i)^n - 1) / i
Wobei R = Jahres-Sparrate (12 × Monatsrate), i = effektive Jahresrendite, n = Jahre.
Genauere Formel mit monatlicher Verzinsung:
K_n = R_m × ((1+i_m)^(12n) - 1) / i_m
Wobei R_m = Monatsrate, i_m = monatlicher Zinssatz = (1+i_jahr)^(1/12) - 1.
Effektive Rendite nach Kosten
Effektivrendite = Bruttorendite - TER - Spread - Vorabpauschale
Beispiel: Bruttorendite 8 %, TER 0,2 %, Vorabpauschale-Effekt 0,3 % → Effektiv 7,5 %.
Steuerliche Behandlung
Während Anlagedauer
- Vorabpauschale jährlich (siehe oben)
- Ausschüttungen bei ausschüttenden ETFs (selten gewählt)
- Sparer-Pauschbetrag 1.000 € (Single) / 2.000 € (Splitting) deckt meist alles ab bis Bestand ca. 60.000 €
Bei Verkauf
- Veräußerungsgewinn = Verkaufspreis - Anschaffungskosten
- Davon Teilfreistellung 30 % (Aktien-ETF) → 70 % steuerpflichtig
- Bereits versteuerte Vorabpauschale wird abgezogen (FIFO-Verfahren)
- Abgeltungsteuer 25 % + Soli + ggf. KiSt auf Restgewinn
Beispiel Verkauf nach 20 Jahren
200 € Sparplan × 20 Jahre = 48.000 € eingezahlt. Endkapital bei 7 %: 102.760 €. Gewinn 54.760 €. Teilfreistellung 30 % → steuerpflichtig 38.332 €. Abzüglich kumulierte versteuerte Vorabpauschale ca. 2.000 €. Steuerbasis 36.332 €. Steuer 25,99 % = 9.443 €. Netto-Endkapital ca. 93.317 €.
Beispielrechnungen
Häufige Fragen
Welche Renditeerwartung realistisch?
MSCI World langfristig 7-8 % p.a. (1970-2025). Konservativ planen mit 6 %.
Was ist Vorabpauschale?
Jährliche Steuerschuld auf thesaurierende ETFs. 2026: ca. 0,7 % × ETF-Wert × 70 % bei Aktien-ETF.
Sparer-Pauschbetrag deckt was?
1.000 € (Single) / 2.000 € (Splitting). Deckt Vorabpauschale bis ETF-Bestand ca. 50-100k €.
ETF vs. aktiver Fonds?
ETF günstiger (TER 0,1-0,3 % vs. 1,5-2,5 %), Performance vergleichbar oder besser (S&P SPIVA Studien).
Welcher ETF empfehlenswert?
Breit gestreut: MSCI World (1.500 Aktien), MSCI ACWI (3.000 Aktien). Niedrige TER (< 0,3 %).
Risiko langfristig?
Bei 20+ Jahren historisch nie negativ (MSCI World). Kurzfristig hohe Schwankungen (-30 % möglich).
Cost Average Effect real?
Akademisch umstritten. Mathematisch oft suboptimal (single lump sum besser bei steigenden Märkten), aber psychologisch hilfreich.
Verkauf vor Renteneintritt?
Vorsichtig: Marktcrash vor Verkauf reduziert Endkapital. Empfehlung: Lebenszyklus-Strategie (allmählich von Aktien in Anleihen).
Quellen
Autor
Autor: Mustafa Bilgic, Adıyaman, Türkei. Stand . NICHT als Steuerberatung – verbindliche Auskünfte erteilt nur das Finanzamt oder ein Steuerberater nach § 3 StBerG.