Rentenlücke berechnen – Rechner für Ihre Versorgungslücke und nötige Sparrate

Von Mustafa Bilgic · Aktualisiert 2026-06-01

Der Rentenlücke berechnen Rechner zeigt Ihnen, wie viel Rente Ihnen im Alter zum gewünschten Lebensstandard fehlt – und welche monatliche Sparrate nötig ist, um diese Lücke zu schließen. Die Versorgungslücke ist die Differenz zwischen Ihrer Wunschrente und der erwarteten gesetzlichen Rente. Mit diesem Rentenlücke berechnen-Werkzeug ermitteln Sie die monatliche Lücke heute und inflationsbereinigt, das benötigte Vorsorgekapital und die erforderliche Sparrate – damit Sie wissen, wie viel Rente Ihnen fehlt und was Sie dagegen tun können.

Rentenlücke Rechner 2026

Versorgungslücke berechnen 2026: Wunschrente minus gesetzliche Rente

Um die Versorgungslücke zu berechnen, vergleichen Sie zwei Werte: Ihre Wunschrente und Ihre erwartete gesetzliche Rente. Als Wunschrente gilt häufig ein Niveau von 80 % des heutigen Nettoeinkommens – das gilt als Richtwert, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Die Differenz zwischen Wunschrente und gesetzlicher Rente ist Ihre monatliche Rentenlücke in heutiger Kaufkraft. Da die gesetzliche Rente das frühere Nettoeinkommen meist nur zu rund 48 bis 55 % ersetzt, klafft hier bei vielen eine erhebliche Lücke.

Die Kernformeln des Rechners:

Wunschrente = Netto × Wunschniveau %
Rentenlücke (heute) = Wunschrente − gesetzliche Rente
Lücke (zukünftig) = Lücke × (1 + Inflation)^Jahre

Wie viel Rente fehlt mir – Rechenbeispiel

Eine Angestellte verdient heute 3.000 € netto, erwartet 1.500 € gesetzliche Rente, strebt 80 % Rentenniveau an und hat noch 30 Jahre bis zur Rente. Sie rechnet mit 2 % Inflation, 5 % Rendite und 20 Jahren Rentenbezug.

PositionWert
Wunschrente (80 % von 3.000 €)2.400 €
− erwartete gesetzliche Rente− 1.500 €
Rentenlücke heute900 € / Monat
Lücke inflationsbereinigt (2 %, 30 J.)≈ 1.630 € / Monat
Benötigtes Vorsorgekapital (× 12 × 20 J.)≈ 391.000 €
Erforderliche Sparrate (5 %, 30 J.)≈ 470 € / Monat

Die heutige Lücke von 900 € wächst durch die Inflation auf rund 1.630 € künftige Kaufkraft. Um das nötige Kapital von etwa 391.000 € anzusparen, sind bei 5 % Rendite rund 470 € monatlich erforderlich. Der Rechner oben ermittelt diese vier Kennzahlen für Ihre persönlichen Annahmen.

Wunschrente vs gesetzliche Rente Rechner: das Rentenniveau wählen

Beim Wunschrente vs gesetzliche Rente Rechner ist die Wahl des Rentenniveaus entscheidend. Die folgende Tabelle zeigt die heutige Rentenlücke bei einem Netto von 3.000 € und einer gesetzlichen Rente von 1.500 € für verschiedene Wunschniveaus.

WunschniveauWunschrenteRentenlücke heute
70 %2.100 €600 €
80 %2.400 €900 €
90 %2.700 €1.200 €
100 %3.000 €1.500 €

Wer im Ruhestand keine Kredite mehr bedient und im Eigenheim wohnt, kommt oft mit 70 bis 80 % aus. Wer dagegen viel reisen oder einen aufwendigeren Lebensstil pflegen möchte, sollte eher 90 bis 100 % ansetzen. Jeder zusätzliche Prozentpunkt erhöht die Lücke und damit die nötige Sparrate spürbar.

Rentenlücke schließen Sparrate: je früher, desto günstiger

Um die Rentenlücke zu schließen, ist die monatliche Sparrate die entscheidende Stellgröße – und der Zeitpunkt des Beginns macht den größten Unterschied. Dank Zinseszins sinkt die nötige Sparrate dramatisch, je früher Sie anfangen. Die folgende Tabelle zeigt die erforderliche monatliche Sparrate, um ein Kapital von rund 391.000 € (Beispiel oben) bei 5 % Rendite anzusparen, je nach verbleibender Zeit.

Jahre bis RenteErforderliche Sparrate/Monat (5 % Rendite)
40 Jahre≈ 256 €
30 Jahre≈ 470 €
20 Jahre≈ 951 €
10 Jahre≈ 2.521 €

Wer mit 25 statt mit 45 Jahren beginnt, muss bei gleichem Ziel nur einen Bruchteil monatlich zurücklegen. Diese Tabelle ist das stärkste Argument für einen frühen Vorsorgebeginn – sie zeigt, dass aufgeschobene Vorsorge teuer wird.

Benötigtes Vorsorgekapital: die Rentenbezugsdauer

Das benötigte Vorsorgekapital hängt nicht nur von der Lücke, sondern auch von der erwarteten Rentenbezugsdauer ab. Wer mit einer langen Rentenphase rechnet (etwa 25 statt 20 Jahre), braucht entsprechend mehr Kapital, um die Lücke über die gesamte Zeit zu decken. Bei steigender Lebenserwartung ist eine vorsichtige Annahme sinnvoll. Der Rechner multipliziert die inflationsbereinigte monatliche Lücke mit zwölf Monaten und der angenommenen Bezugsdauer. Diese vereinfachte Methode berücksichtigt nicht, dass auch das Kapital in der Entnahmephase weiter verzinst wird – sie liefert daher eine bewusst konservative, auf der sicheren Seite liegende Schätzung des Kapitalbedarfs.

Wege, die Rentenlücke zu schließen

Ist die Lücke bekannt, geht es um die passenden Bausteine. Für die meisten Sparer kommen mehrere Wege in Betracht:

Welche Mischung sinnvoll ist, hängt von Einkommen, Risikobereitschaft, Familienstand und Anlagehorizont ab. Der Rechner liefert die Zielgröße – die nötige Sparrate –, an der sich die Auswahl der Produkte orientieren kann.

Das gesetzliche Rentenniveau und warum die Lücke wächst

Das gesetzliche Rentenniveau – also das Verhältnis der Standardrente zum Durchschnittseinkommen – liegt aktuell bei rund 48 % und soll nach den politischen Plänen vorerst auf diesem Niveau stabilisiert werden. Für den einzelnen Sparer bedeutet das jedoch nicht, dass die persönliche Rente 48 % des eigenen letzten Nettos beträgt. Die individuelle Ersatzquote fällt häufig niedriger aus, vor allem bei höheren Einkommen, weil die Beitragsbemessungsgrenze die Rentenansprüche nach oben deckelt. Hinzu kommt, dass auf die gesetzliche Rente noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie unter Umständen Steuern anfallen. Wer seine Rentenlücke realistisch einschätzen will, sollte daher die Netto-Rente aus der Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung zugrunde legen und nicht die Brutto-Rente.

Renteninformation und Rentenauskunft richtig lesen

Die Deutsche Rentenversicherung verschickt jährlich an alle Versicherten ab 27 Jahren mit mindestens fünf Beitragsjahren eine Renteninformation. Sie weist drei wichtige Werte aus: die bereits erreichte Rentenanwartschaft, die hochgerechnete Regelaltersrente bei gleichbleibender Beitragszahlung und einen Hinweis auf die Kaufkraftentwicklung durch Inflation. Ab dem 55. Lebensjahr erhalten Versicherte zusätzlich alle drei Jahre eine ausführlichere Rentenauskunft. Diese Werte sind die beste Grundlage für die Eingabe „erwartete gesetzliche Rente" im Rechner. Beachten Sie, dass die ausgewiesenen Beträge in der Regel Brutto-Werte vor Steuern und Sozialabgaben sind – ziehen Sie für eine realistische Lückenberechnung die voraussichtlichen Abzüge ab, um die Netto-Rente zu erhalten.

Dieser Rentenlücke berechnen Rechner liefert eine vereinfachte Orientierung. Annahmen zu Inflation, Rendite und Rentenbezugsdauer sind Schätzungen; die tatsächliche Entwicklung kann abweichen. Die gesetzliche Rente sollten Sie Ihrer aktuellen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung entnehmen. Steuern und Sozialabgaben auf die spätere Vorsorge sind nicht eingerechnet. Für eine individuelle Ruhestandsplanung empfiehlt sich eine unabhängige Beratung.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie berechne ich meine Rentenlücke?

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen Ihrer Wunschrente und der erwarteten gesetzlichen Rente. Sie legen ein Wunsch-Rentenniveau fest (oft 80 % des heutigen Nettos), ziehen die voraussichtliche gesetzliche Rente ab und erhalten die monatliche Lücke. Berücksichtigt man die Inflation bis zum Rentenbeginn, fällt die Lücke in zukünftigen Euro deutlich höher aus.

Wie viel Rente fehlt mir im Alter?

Das hängt von Ihrem Nettoeinkommen, der erwarteten gesetzlichen Rente und Ihrem Wunschniveau ab. Bei 3.000 € Netto, 80 % Wunschniveau (2.400 €) und 1.500 € gesetzlicher Rente beträgt die Lücke heute 900 € pro Monat. Mit 2 % Inflation über 30 Jahre entspricht das einer künftigen Lücke von rund 1.630 € monatlich.

Was ist die Versorgungslücke?

Die Versorgungslücke (oder Rentenlücke) bezeichnet den Betrag, der Ihnen im Ruhestand gegenüber Ihrem gewünschten Lebensstandard monatlich fehlt. Sie ergibt sich aus der Differenz zwischen Wunschrente und gesetzlicher Rente und muss durch private oder betriebliche Altersvorsorge geschlossen werden.

Wie viel muss ich sparen, um die Rentenlücke zu schließen?

Zuerst wird das benötigte Vorsorgekapital ermittelt (monatliche Lücke × 12 × erwartete Rentenbezugsdauer). Anschließend wird daraus über einen Sparplan mit angenommener Rendite die monatliche Sparrate berechnet. Je früher Sie beginnen, desto kleiner ist die nötige Sparrate, weil der Zinseszins länger wirkt.

Welches Rentenniveau sollte ich anstreben?

Als Faustregel gelten 80 % des letzten Nettoeinkommens, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Manche Quellen nennen 70 bis 90 %. Der genaue Bedarf hängt davon ab, ob im Alter noch Kredite laufen, ob Wohneigentum vorhanden ist und welche Ausgaben (etwa Reisen, Gesundheit) Sie einplanen.

Warum muss ich die Inflation einrechnen?

Die Inflation entwertet Geld über die Zeit. Eine Lücke von 900 € heute entspricht in 30 Jahren bei 2 % Inflation einer Kaufkraft von rund 1.630 €. Wer die Inflation ignoriert, unterschätzt die nötige Vorsorge erheblich. Der Rechner weist die Lücke deshalb sowohl in heutiger als auch in zukünftiger Kaufkraft aus.

Ist der Rentenlücken-Rechner kostenlos?

Ja, dieser Rentenlücken-Rechner ist kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar. Er liefert eine erste Orientierung über Ihre Versorgungslücke und die nötige Sparrate. Für eine individuelle Ruhestandsplanung mit Steuer- und Produktfragen empfiehlt sich zusätzlich eine unabhängige Beratung.