Mehrwertsteuer-Rechner 2026
Formeln: Brutto = Netto × (1+USt). Netto = Brutto / (1+USt). USt = Brutto - Netto.
USt-Sätze 2026
| Satz | Anwendung | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| 19 % | Regelsatz für die meisten Waren/Dienstleistungen | § 12 Abs. 1 UStG |
| 7 % | Ermäßigt: Lebensmittel, Bücher, Zeitungen, ÖPNV, Hotelübernachtung | § 12 Abs. 2 UStG i.V.m. Anlage 2 |
| 0 % | Steuerfrei: Heilbehandlung, Bildung, Versicherungen, Briefmarken | § 4 UStG |
Ermäßigt 7 % – wichtige Anwendungen
- Grundnahrungsmittel (Brot, Milch, Obst, Gemüse, Fleisch)
- Bücher, Zeitungen, Zeitschriften (auch E-Books seit 2020)
- Hotelübernachtungen (seit 2010)
- Personenbeförderung im Nahverkehr (Bus, Bahn unter 50 km)
- Kunstgegenstände, Antiquitäten
- Veterinärleistungen
- Tabakprodukte AUSGENOMMEN (19 %)
Beispiele 19 % statt 7 %
- Restaurantessen vor Ort: 19 % (Service-Anteil)
- Lieferung Restaurant: bis 31.12.2023 7 %, seit 2024 wieder 19 %
- Mineralwasser ohne Lebensmittel: 19 % (kein Grundnahrungsmittel)
- Süßigkeiten/Getränke 19 % (mit zugesetztem Zucker)
Berechnungsformeln
Netto → Brutto
Brutto = Netto × (1 + USt-Satz/100)
Beispiel: Netto 100 € × 1,19 = Brutto 119 €. USt = 19 €.
Brutto → Netto
Netto = Brutto / (1 + USt-Satz/100)
Beispiel: Brutto 119 € / 1,19 = Netto 100 €. USt = 19 €.
USt aus Brutto rausrechnen
USt = Brutto × USt-Satz / (100 + USt-Satz)
Beispiel: 119 × 19/119 = 19 €. Oder: 119 × 0,15966 = 19 €.
Mischsatz
Bei Rechnung mit beiden Sätzen einzeln berechnen:
Beispiel Restaurantbon: 50 € Speisen 19 % + 20 € Getränke 19 % + 10 € Hotelnutzung 7 %. USt: 50×0,19 + 20×0,19 + 10×0,07 = 9,5 + 3,8 + 0,7 = 14 €.
Kleinunternehmerregelung 2026
Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG befreit kleine Unternehmer von der Pflicht zur USt-Erhebung.
Voraussetzungen 2026
- Vorjahresumsatz: bis 22.000 € (gestiegen von 17.500 € in 2024)
- Laufendes Jahr: voraussichtlich bis 50.000 €
Wenn beide Bedingungen erfüllt: Optional Verzicht auf USt. Folgen:
- Keine USt-Erhebung auf Rechnungen → keine Abführung
- Kein Vorsteuerabzug möglich (USt aus Eingangsrechnungen nicht erstattbar)
- Hinweis auf Rechnung: "Kein Ausweis von Umsatzsteuer wegen Kleinunternehmer-Regelung gemäß § 19 UStG"
Wann lohnt sich Verzicht?
- Hauptkunden: Privatpersonen → Kleinunternehmerregelung gut (kein USt-Aufschlag)
- Hauptkunden: Unternehmer → Verzicht auf KU-Regelung besser (Kunden bekommen Vorsteuer)
- Hohe Vorsteuerbeträge → Verzicht besser
USt-Voranmeldung
Unternehmer mit USt-Pflicht müssen periodisch Voranmeldungen abgeben:
- Monatlich: USt-Schuld Vorjahr > 7.500 €
- Quartalsweise: USt-Schuld 1.000 - 7.500 €
- Jährlich: USt-Schuld < 1.000 €
Abgabe über ELSTER bis zum 10. des Folgemonats (oder Folgequartals). Dauerfristverlängerung um 1 Monat möglich gegen Zahlung 1/11 der Vorjahres-USt.
Vorsteuerabzug
USt aus Eingangsrechnungen kann gegen Schuld-USt verrechnet werden:
Zahllast = USt aus Verkäufen - Vorsteuer aus Einkäufen
Beispiel: 1.000 € USt eingenommen, 200 € Vorsteuer gezahlt. Zahllast 800 € an Finanzamt.
Beispielrechnungen 2026
Häufige Fragen
Wann gilt 7 %?
Lebensmittel, Bücher, Zeitungen, ÖPNV (unter 50 km), Hotelübernachtungen, Kunst. Restaurant 19 % (außer Lieferdienst zeitweise 7 %).
Wann gilt 19 %?
Standardsatz für fast alles: Restaurant, Kleidung, Elektronik, Dienstleistungen, Software, Fahrzeuge.
Wer ist Kleinunternehmer?
Vorjahres-Umsatz < 22.000 € + laufend < 50.000 €. Wahlrecht zur USt-Befreiung.
Wie hoch ist USt aus 119 € Brutto?
19 €. Formel: 119 × 19/119 = 19. Netto: 100 €.
USt-Voranmeldung wann?
Monatlich/quartalsweise/jährlich je nach Vorjahres-Schuld. Abgabe bis 10. Folgemonat.
Was ist Vorsteuerabzug?
USt aus Eingangsrechnungen kann gegen Schuld-USt verrechnet werden. Zahllast = Schuld-USt - Vorsteuer.
Reverse Charge?
Bei Leistungen in EU-Ausland: Empfänger zahlt USt (§ 13b UStG). Rechnung netto ohne USt.
USt-ID beantragen?
Online beim BZSt. Gratis. Nötig für innergemeinschaftliche Lieferungen/Leistungen in EU.
Quellen
Autor
Autor: Mustafa Bilgic, Adıyaman, Türkei. Stand . NICHT als Steuerberatung – verbindliche Auskünfte erteilt nur das Finanzamt oder ein Steuerberater nach § 3 StBerG.