Insolvenzgeld-Rechner 2026: Höhe und Anspruch berechnen

Von Mustafa Bilgic · Aktualisiert am · ca. 7 Minuten Lesezeit

Direktantwort: Insolvenzgeld sichert bei Arbeitgeber-Insolvenz die ausstehenden Nettolöhne der letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis. Die Höhe entspricht dem Nettolohn, gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2026: 8.450 Euro monatlich brutto). Den Antrag stellen Sie bei der Agentur für Arbeit innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis.

Dieser Rechner liefert eine vereinfachte Schätzung. Die genaue Höhe ermittelt die Agentur für Arbeit anhand Ihrer Lohnunterlagen. Dies ist keine Rechtsberatung. Stand: Juli 2026.

Insolvenzgeld berechnen

Geben Sie Ihr monatliches Bruttoentgelt und Nettoentgelt ein. Der Rechner schätzt die Höhe des Insolvenzgeldes für drei Monate.

Was ist Insolvenzgeld?

Insolvenzgeld ist eine Leistung der Bundesagentur für Arbeit, die Arbeitnehmer absichert, wenn ihr Arbeitgeber zahlungsunfähig wird und die Löhne nicht mehr zahlen kann. Die Rechtsgrundlage findet sich in den §§ 165 bis 172 SGB III. Das Insolvenzgeld deckt die ausstehenden Nettoansprüche des Arbeitnehmers für die letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses vor dem Insolvenzereignis ab. Es wird aus der Insolvenzgeldumlage finanziert, die alle Arbeitgeber zahlen.

Die drei Insolvenzereignisse

Der Anspruch auf Insolvenzgeld entsteht bei einem von drei gesetzlich definierten Insolvenzereignissen:

Rechenbeispiel

Ein Arbeitnehmer verdient 3.500 Euro brutto (2.300 Euro netto). Der Arbeitgeber meldet im April 2026 Insolvenz an. Die Löhne für Januar, Februar und März 2026 stehen noch aus.

Tabelle: Insolvenzgeld nach Bruttolohn (Beispielwerte, 2026)
MonatsbruttoCa. MonatsnettoInsolvenzgeld (3 Monate)
2.500 Euroca. 1.750 Euroca. 5.250 Euro
3.500 Euroca. 2.300 Euroca. 6.900 Euro
5.000 Euroca. 3.100 Euroca. 9.300 Euro
8.450 Euro (BBG)ca. 4.900 Euroca. 14.700 Euro
10.000 Eurogedeckelt auf BBGca. 14.700 Euro

Antrag und Frist

Der Antrag auf Insolvenzgeld muss innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis bei der zuständigen Agentur für Arbeit gestellt werden. Die Frist ist eine Ausschlussfrist; wer sie versäumt, verliert den Anspruch. Benötigte Unterlagen: Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen der letzten Monate, Kündigung und Nachweis des Insolvenzereignisses. Der Insolvenzverwalter stellt in der Regel eine Bescheinigung über die ausstehenden Entgelte aus.

Steuerliche Behandlung

Insolvenzgeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG. Es muss in der Einkommensteuererklärung angegeben werden und kann den persönlichen Steuersatz auf das übrige Einkommen erhöhen. Sozialversicherungsbeiträge werden aus dem Insolvenzgeld nicht abgezogen, da die Agentur für Arbeit die Beiträge direkt an die Sozialversicherungsträger abführt.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist das Insolvenzgeld 2026?

Es entspricht dem Nettolohn der letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis. Brutto gedeckelt auf die BBG RV von 8.450 Euro monatlich.

Wer zahlt Insolvenzgeld?

Die Agentur für Arbeit, finanziert aus der Insolvenzgeldumlage aller Arbeitgeber.

Wie lange wird Insolvenzgeld gezahlt?

Für die letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses vor dem Insolvenzereignis.

Was ist die Antragsfrist für Insolvenzgeld?

Zwei Monate nach dem Insolvenzereignis. Ausschlussfrist, danach kein Anspruch mehr.

Wird Insolvenzgeld versteuert?

Steuerfrei, aber Progressionsvorbehalt. Muss in der Steuererklärung angegeben werden.

Was passiert nach den drei Monaten?

Anspruch auf Arbeitslosengeld I prüfen. Frühzeitig bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden.

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