Soli-Rechner 2026
Soli auf Lohn-/Einkommensteuer 2026. Auf Kapitalerträge separat 5,5 % auf KESt.
Soli 2026 – Reform und Freigrenzen
Der Solidaritätszuschlag wurde 1991/1995 zur Finanzierung der deutschen Einheit eingeführt. Mit dem Gesetz zur Rückführung des Solidaritätszuschlags 1995 (Soli-Reform) wurde er 2021 für 90 % der Steuerpflichtigen abgeschafft.
Freigrenzen 2026
- Single (Grundtarif): Lohn-/Einkommensteuer ≤ 19.950 € → 0 € Soli
- Verheiratet (Splitting): Lohn-/Einkommensteuer ≤ 39.900 € → 0 € Soli
Diese Beträge entsprechen etwa folgenden zvE:
- Single: zvE ca. 96.600 € → keine Soli-Pflicht
- Splitting: zvE ca. 193.200 € → keine Soli-Pflicht
Milderungszone
- Single: Lohnsteuer 19.950 € – 35.000 € (zvE ca. 96.600 - 110.000 €): Soli stufenlos hochgleitend
- Splitting: 39.900 € – 70.000 € Lohnsteuer (zvE 193.200 - 220.000 €): Milderungszone
- Über Milderungszone: voller Soli 5,5 %
Berechnungsformel
Innerhalb Freigrenze
Soli = 0 €
Innerhalb Milderungszone
Stufenlose Übergangszone: Soli = 11,9 % × (Lohnsteuer - Freigrenze)
Beispiel Single: zvE 100.000 €, ESt = 31.260 €. Differenz zur Freigrenze 31.260 - 19.950 = 11.310 €. Soli = 11,9 % × 11.310 = 1.345,89 €. Vergleich voller Soli wäre 5,5 % × 31.260 = 1.719,30 €. Milderung 374 € weniger.
Über Milderungszone
Soli = 5,5 % × Lohnsteuer (volle Belastung)
Soli auf Kapitalerträge
Auf Kapitalertragsteuer (25 %) wird unverändert 5,5 % Soli berechnet (Soli-Reform-Ausnahme). Effektivbelastung Kapitalerträge:
- KESt: 25 %
- + Soli 5,5 % von 25 % = 1,375 %
- Gesamt ohne Kirche: 26,375 %
- + KiSt 8 % (BY/BW): 27,82 %
- + KiSt 9 % (übrige): 27,99 %
Wer zahlt 2026 noch Soli?
Etwa 10 % der Steuerpflichtigen zahlen 2026 noch Soli. Statistisches Bundesamt-Daten 2024:
- Top 10 % der Steuerpflichtigen tragen 99 % des Soli-Aufkommens
- Aufkommen 2024: ca. 11 Mrd. € (vor Reform: 19 Mrd.)
- Gini-Koeffizient für Soli-Verteilung: 0,89 (extrem ungleich)
Faktisch zahlen Soli:
- Hochverdiener (zvE > 96.600 € Single)
- Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften (Soli auf KSt 5,5 %)
- Kapitalanleger (Soli auf KESt 5,5 %)
Nicht (mehr) Soli:
- Arbeitnehmer mit zvE bis 96.600 €
- Familien mit zvE bis 193.200 € Splitting
- Rentner unter Grundfreibetrag bzw. niedrigem zvE
Vollständige Soli-Abschaffung – Diskussion
Die FDP forderte mehrfach vollständige Abschaffung. Argumente:
- Soli war zweckgebunden für Einheit – Solidarpakt II 2019 ausgelaufen
- Verfassungsrechtliche Zweifel an dauerhafter Erhebung
- BVerfG-Verfahren anhängig (1 BvR 1707/21)
Argumente gegen Abschaffung:
- Aufkommen 11 Mrd. €/Jahr für Bundeshaushalt unverzichtbar
- Soli-Last konzentriert auf Hochverdiener (sozialpolitisch akzeptiert)
- Kompensation durch Reichensteuer würde komplexer
2026 weiterhin keine vollständige Abschaffung beschlossen. BVerfG-Entscheidung steht aus (Stand Mai 2026).
Beispielrechnungen Soli 2026
Häufige Fragen
Wer zahlt 2026 Soli?
Top 10 % der Steuerpflichtigen. Single ab zvE ca. 96.600 €, Splitting ab ca. 193.200 €.
Wie hoch ist Soli?
5,5 % der Lohn-/Einkommensteuer. In Milderungszone gleitend bis 5,5 %.
Wann fällt kein Soli an?
Lohnsteuer ≤ 19.950 € (Single) / ≤ 39.900 € (Splitting). Etwa 90 % der Steuerpflichtigen.
Was ist Milderungszone?
Übergang zwischen Freigrenze und vollem Soli. Soli wird stufenlos auf 5,5 % hochgeführt (11,9 % der Differenz).
Soli auch auf Kapitalerträge?
Ja, unverändert 5,5 % auf KESt 25 %. Soli-Reform 2021 betrifft nur Lohn-/ESt.
Soli komplett abschaffen?
FDP fordert es. BVerfG-Verfahren anhängig. 2026 noch keine Abschaffung beschlossen.
Wie viel Aufkommen?
ca. 11 Mrd. €/Jahr (Stand 2024). Vor Reform 2021: 19 Mrd. €.
Soli auch für GmbH?
Ja, GmbH zahlt Soli auf Körperschaftsteuer (5,5 % von 15 % KSt = 0,825 % effektiv).
Quellen
Autor
Autor: Mustafa Bilgic, Adıyaman, Türkei. Stand . NICHT als Steuerberatung – verbindliche Auskünfte erteilt nur das Finanzamt oder ein Steuerberater nach § 3 StBerG.