Maklerprovision Rechner 2026: Kosten beim Immobilienkauf

Von Mustafa Bilgic · Aktualisiert am · ca. 7 Minuten Lesezeit

Direktantwort: Die Maklerprovision beim Immobilienkauf liegt üblicherweise zwischen 5,95 und 7,14 Prozent des Kaufpreises (inkl. MwSt). Seit dem 23.12.2020 muss der Verkäufer bei Wohnimmobilien mindestens die Hälfte der Provision tragen (§ 656c BGB). Geben Sie den Kaufpreis und den Provisionssatz ein, um Ihren Anteil zu berechnen.

Die Maklerprovision ist frei verhandelbar. Die hier genannten Sätze sind marktübliche Richtwerte. Die gesetzliche Teilungsregel gilt nur für Wohnimmobilien (Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen), nicht für Gewerbeimmobilien. Stand: Juli 2026.

Maklerprovision berechnen

Marktübliche Provisionssätze nach Region

RegionÜblicher Gesamtsatz (inkl. MwSt)Käuferanteil (50 %)
Bayern, Baden-Württemberg7,14 % (je 3,57 %)3,57 %
NRW, Hessen, Niedersachsen7,14 % (je 3,57 %)3,57 %
Berlin, Brandenburg7,14 % (je 3,57 %)3,57 %
Hamburg6,25 % (je 3,125 %)3,125 %
Sachsen, Thüringen7,14 %3,57 %

Die Sätze sind Marktüblichkeiten und keine gesetzlichen Vorgaben. In der Praxis sind die Provisionssätze seit der gesetzlichen Teilung weitgehend einheitlich bei 7,14 Prozent (2 x 3 % netto + MwSt) oder 5,95 Prozent (2 x 2,5 % netto + MwSt).

Gesetzliche Teilungspflicht seit 2020

Das am 23. Dezember 2020 in Kraft getretene Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten (§§ 656a-656d BGB) regelt die Provisionsteilung bei Wohnimmobilien:

Nebenkosten beim Immobilienkauf: Gesamtüberblick

Die Maklerprovision ist nur ein Teil der Kaufnebenkosten. Hinzu kommen Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent), Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5 bis 2 Prozent) und gegebenenfalls Gutachterkosten. Insgesamt liegen die Nebenkosten bei 9 bis 15 Prozent des Kaufpreises.

Drei Rechenbeispiele

Beispiel 1: Eigentumswohnung in München (350.000 Euro)

Provision 7,14 % (je 3,57 %): Käuferanteil 12.495 Euro. Grunderwerbsteuer Bayern (3,5 %) 12.250 Euro. Notarkosten (ca. 1,5 %) 5.250 Euro. Kaufnebenkosten Käufer: rund 30.000 Euro (8,6 Prozent).

Beispiel 2: Einfamilienhaus in NRW (500.000 Euro)

Provision 7,14 % (je 3,57 %): Käuferanteil 17.850 Euro. Grunderwerbsteuer NRW (6,5 %) 32.500 Euro. Notarkosten 7.500 Euro. Kaufnebenkosten Käufer: rund 57.850 Euro (11,6 %). In NRW ist die Grunderwerbsteuer der groesste Posten.

Beispiel 3: Provisionsfrei vom Eigentuemer

Bei Direktkauf ohne Makler entfaellt die Provision komplett. Bei 400.000 Euro und 5 % Grunderwerbsteuer plus 1,5 % Notar: Nebenkosten nur 26.000 Euro (6,5 %) statt rund 40.000 Euro mit Makler.

Tabelle: Kaufnebenkosten nach Bundesland (400.000 Euro)

BundeslandGrunderwerbsteuerMakler (Kaeuferanteil)Notar/GrundbuchGesamt
Bayern3,5 % = 14.000 Euro3,57 % = 14.280 Euroca. 6.000 Euroca. 34.280 Euro
Hessen6,0 % = 24.000 Euro3,57 % = 14.280 Euroca. 6.000 Euroca. 44.280 Euro
NRW6,5 % = 26.000 Euro3,57 % = 14.280 Euroca. 6.000 Euroca. 46.280 Euro
Hamburg5,5 % = 22.000 Euro3,13 % = 12.500 Euroca. 6.000 Euroca. 40.500 Euro

Maklerprovision verhandeln

Maklervertrag: Formvorschriften seit 2020

Seit dem 23. Dezember 2020 muss ein Maklervertrag ueber den Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses in Textform geschlossen werden (§ 656a BGB). Ein muendlicher Vertrag ist nichtig, und der Makler kann keine Provision verlangen. Die Textform erfordert eine schriftliche Erklaerung per Brief, E-Mail oder Nachricht. Zudem darf der Makler dem Kaeufer erst dann eine Provision in Rechnung stellen, wenn der Verkaeufer seinen Provisionsanteil nachweislich gezahlt hat (§ 656d BGB).

Verwandte Rechner

Steuerliche Behandlung der Maklerprovision

Bei Eigennutzung: Die Maklerprovision ist nicht steuerlich absetzbar. Sie erhöht die Anschaffungskosten, was aber bei Eigennutzung keine Auswirkung hat. Bei Vermietung: Die Maklerprovision gehört zu den Anschaffungsnebenkosten und wird über die AfA-Nutzungsdauer des Gebäudes abgeschrieben. Bei 2 Prozent AfA und einer Maklerprovision von 15.000 Euro ergibt das jährlich 300 Euro zusätzliche Abschreibung über 50 Jahre. Bei gewerblicher Nutzung: Die Kosten sind als Betriebsausgabe sofort absetzbar.

Sonderfälle und häufige Fehler

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Maklerprovision beim Hauskauf?

Üblicherweise 5,95 bis 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Seit Dezember 2020 gilt bei Wohnimmobilien die gesetzliche Teilungspflicht: Der Verkäufer darf dem Käufer maximal die Hälfte auferlegen.

Wer zahlt den Makler beim Immobilienkauf?

Seit Dezember 2020 gilt die Teilungspflicht bei Wohnimmobilien (§ 656c BGB). Wenn der Verkäufer den Makler beauftragt, muss er mindestens die Hälfte selbst tragen. Bei Doppelbeauftragung wird zu gleichen Teilen geteilt.

Ist Maklerprovision verhandelbar?

Ja, die Provision ist frei verhandelbar. Es gibt keinen gesetzlich festgelegten Satz. Verhandlungsspielraum besteht vor allem bei hochpreisigen Immobilien.

Fällt auf die Maklerprovision Mehrwertsteuer an?

Ja, 19 Prozent Umsatzsteuer. 3 Prozent netto ergeben 3,57 Prozent brutto. Die meisten Angaben beinhalten bereits die Mehrwertsteuer.

Kann ich die Maklerprovision steuerlich absetzen?

Bei Eigennutzung nein. Bei Vermietung als Anschaffungsnebenkosten über die AfA-Nutzungsdauer. Bei Gewerbeimmobilien als Betriebsausgabe.