Der Zinseszinseffekt: Warum Zeit wichtiger ist als Rendite

Von Mustafa Bilgic · 6 Min Lesezeit · Aktualisiert am 2025-02-01

Albert Einstein soll den Zinseszins als „achtes Weltwunder" bezeichnet haben. Ob das Zitat tatsächlich von ihm stammt, ist umstritten — die mathematische Wahrheit dahinter ist es nicht. Wir zeigen, warum eine durchschnittliche Rendite über lange Zeit fast immer eine hohe Rendite über kurze Zeit schlägt.

Vergleich: 5 % über 30 Jahre vs. 8 % über 20 Jahre

Bei einer monatlichen Sparrate von 200 € ergibt: - 5 % p. a. über 30 Jahre → ca. 166.452 € Endkapital (eingezahlt: 72.000 €) - 8 % p. a. über 20 Jahre → ca. 117.804 € Endkapital (eingezahlt: 48.000 €)

Trotz höherer Rendite liegt das 20-Jahres-Szenario um rund 49.000 € unter dem 30-Jahres-Szenario. Der zusätzliche Zeit­raum von 10 Jahren überkompensiert den Renditeunterschied.

Faustregel 72

Eine praktische Daumenregel: 72 ÷ Zinssatz = Zeit, in der sich Kapital verdoppelt. Bei 6 % verdoppelt sich Kapital alle 12 Jahre, bei 8 % alle 9 Jahre. Bei einer Anlagedauer von 36 Jahren bedeutet das bei 6 % eine 8-fache Verdopplung — also Verachtfachung des eingesetzten Kapitals.

Praxis: Wann lohnt sich der frühe Start besonders?

Probieren Sie es selbst aus: Zinseszinsrechner und Sparplan-Rechner. Variieren Sie die Anlage­dauer um 5 oder 10 Jahre — die Endsumme wird Sie überraschen.

SL

Mustafa Bilgic

Betreiber

Mustafa Bilgic betreibt RechnerKalkulator.de als individueller Anbieter. Die Rechner werden anhand öffentlich zugänglicher Quellen dokumentiert und dienen rein informativen Zwecken.