GmbH Gewinnausschüttung Steuer 2026: Gesamtbelastung berechnen

Von Mustafa Bilgic · Aktualisiert am · ca. 9 Minuten Lesezeit

Direktantwort: Bei einer GmbH-Gewinnausschüttung fallen zwei Steuerebenen an: Auf Unternehmensebene Körperschaftsteuer (15 %) + Soli (0,825 %) + Gewerbesteuer (ca. 14 % bei Hebesatz 400 %). Auf Gesellschafterebene Abgeltungsteuer (25 %) + Soli (5,5 %). Die Gesamtbelastung liegt typischerweise bei 48 bis 50 Prozent des Gewinns.

Dieser Rechner zeigt eine vereinfachte Modellrechnung. Die tatsächliche Steuerbelastung hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Keine Steuerberatung. Stand: Juli 2026.

GmbH-Ausschüttung Steuerbelastung berechnen

Steuerebene 1: Unternehmensebene

Auf den Gewinn der GmbH fallen drei Steuern an:

Zusammen ergibt sich auf Unternehmensebene typischerweise eine Steuerbelastung von rund 30 Prozent (bei Hebesatz 400 %).

Steuerebene 2: Gesellschafterebene

Wird der Gewinn nach Steuern an den Gesellschafter ausgeschüttet, fällt auf die Ausschüttung die Abgeltungsteuer an:

Rechenbeispiel: 100.000 Euro Gewinn, Hebesatz 400 %

PositionBetrag
Gewinn vor Steuern100.000 Euro
Körperschaftsteuer (15 %)-15.000 Euro
Soli auf KöSt (0,825 %)-825 Euro
Gewerbesteuer (14 %)-14.000 Euro
Gewinn nach Unternehmenssteuern70.175 Euro
Abgeltungsteuer (25 %)-17.543,75 Euro
Soli auf AbgSt (5,5 %)-964,91 Euro
Netto beim Gesellschafter51.666,34 Euro
Gesamtsteuerbelastung48,33 %

Alternative: Teileinkünfteverfahren

Statt der Abgeltungsteuer kann der Gesellschafter das Teileinkünfteverfahren wählen. Dabei werden 60 Prozent der Ausschüttung zum persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Das lohnt sich bei einem persönlichen Steuersatz unter ca. 42 Prozent oder wenn hohe Werbungskosten (z. B. Finanzierungszinsen der Beteiligung) vorliegen, da diese beim Teileinkünfteverfahren zu 60 Prozent absetzbar sind.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Gesamtsteuerbelastung bei einer GmbH-Ausschüttung?

Typischerweise 48-50 % des Gewinns (bei Hebesatz 400 %): ca. 30 % auf Unternehmensebene + ca. 26 % der Ausschüttung auf Gesellschafterebene.

Was ist besser: Abgeltungsteuer oder Teileinkünfteverfahren?

Teileinkünfteverfahren lohnt sich bei niedrigem persönlichen Steuersatz oder hohen Werbungskosten. Abgeltungsteuer ist bei hohem Einkommen ohne Werbungskosten oft günstiger.

Fällt Kirchensteuer auf die GmbH-Ausschüttung an?

Ja, 8 % oder 9 % der Abgeltungsteuer (je nach Bundesland), wenn der Gesellschafter kirchensteuerpflichtig ist.

Wie hoch ist die Gewerbesteuer bei einer GmbH?

3,5 % Messbetrag x Hebesatz. Bei Hebesatz 400 %: 14 %. Kein Freibetrag für Kapitalgesellschaften.

Gibt es einen Gewerbesteuer-Freibetrag für die GmbH?

Nein. Der Freibetrag von 24.500 Euro gilt nur für Personengesellschaften und Einzelunternehmen.

Was bleibt netto nach einer GmbH-Ausschüttung?

Bei Hebesatz 400 % und Abgeltungsteuer ohne Kirchensteuer: rund 51-52 % des Gewinns.

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